Co-Abhängigkeit
Verhaltensweisen von Angehörigen, die eine Sucht ungewollt stützen – etwa Schulden begleichen, entschuldigen oder vertuschen.
Wer mit einem suchtkranken Menschen lebt, versucht oft zu schützen und zu retten: Ausreden beim Arbeitgeber, Schulden bezahlen, kontrollieren, Probleme verheimlichen. Das geschieht meist aus Liebe, Scham oder Sorge – kann aber dazu führen, dass die Sucht weiterläuft und die eigene Gesundheit leidet.
Der Begriff ist umstritten, weil er Angehörige wie Kranke erscheinen lässt. Manche sprechen deshalb lieber von Mitbetroffenheit. Unstrittig ist: Angehörige brauchen eigene Unterstützung.
Viele Sucht-Selbsthilfeverbände haben eigene Angehörigengruppen. Dort geht es um Grenzen, Abgrenzung ohne Schuldgefühle und darum, das eigene Leben wieder in den Mittelpunkt zu stellen.