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Selbsthilfe-Lexikon

Begriffe, die rund um Selbsthilfegruppen, Förderung und Unterstützung immer wieder auftauchen – kurz und verständlich erklärt.

§ 20h SGB V (Selbsthilfeförderung)
Die gesetzliche Grundlage, nach der Krankenkassen Selbsthilfegruppen, -organisationen und -kontaktstellen finanziell fördern.
Angeleitete Gruppe
Eine Gruppe, die von Fachleuten oder einem Träger begleitet wird, etwa einer Beratungsstelle, Klinik oder einem Hospizverein.
Aphasie
Eine erworbene Sprachstörung, meist nach einem Schlaganfall, bei der Sprechen, Verstehen, Lesen oder Schreiben beeinträchtigt sind.
AuDHS
Bezeichnung für das gemeinsame Auftreten von Autismus und ADHS bei einer Person.
Cochlea-Implantat (CI)
Eine Hörprothese für Menschen mit hochgradiger Schwerhörigkeit oder Taubheit, die den Hörnerv direkt elektrisch anregt.
EUTB (Ergänzende unabhängige Teilhabeberatung)
Kostenlose, unabhängige Beratungsstellen für Menschen mit Behinderung oder chronischer Erkrankung und ihre Angehörigen.
Genesungsbegleitung (EX-IN)
Menschen mit eigener Psychiatrie-Erfahrung, die nach einer Ausbildung andere auf ihrem Weg der Genesung begleiten.
Grad der Behinderung (GdB)
Maß für die Auswirkungen einer Behinderung oder chronischen Erkrankung; ab einem GdB von 50 gilt man als schwerbehindert.
Gruppengründung
Der Weg, eine neue Selbsthilfegruppe ins Leben zu rufen – meist mit Unterstützung der örtlichen Kontaktstelle.
Komorbidität
Wenn neben einer Erkrankung gleichzeitig eine weitere besteht, etwa ADHS und Depression oder Diabetes und Depression.
Krisendienst
Ein Dienst, der in seelischen Krisen schnell hilft – telefonisch und teils auch vor Ort.
ME/CFS
Myalgische Enzephalomyelitis / Chronisches Fatigue-Syndrom – eine schwere Erkrankung mit Erschöpfung und Verschlechterung nach Belastung.
Nachteilsausgleich
Ausgleich von Nachteilen, die durch eine Behinderung oder Erkrankung in Schule, Ausbildung, Studium oder Beruf entstehen.
Pacing
Eine Strategie, die eigene Energie einzuteilen, um Überlastung und Rückschläge zu vermeiden.
Pauschalförderung
Der Teil der Krankenkassen-Förderung, der Selbsthilfegruppen jährlich einen festen Zuschuss für laufende Kosten gibt.
Peer-Beratung (Peer-Support)
Unterstützung durch Menschen, die selbst Ähnliches erlebt haben – auf Augenhöhe statt von „oben“.
Pflegegrad
Einstufung der Pflegebedürftigkeit von 1 bis 5, die bestimmt, welche Leistungen der Pflegeversicherung jemand bekommt.
Pflegestützpunkt
Kostenlose, neutrale Beratungsstelle für Pflegebedürftige und Angehörige zu allen Fragen rund um Pflege.
Rehabilitationssport
Ärztlich verordneter Gruppensport für Menschen mit Behinderung oder chronischer Erkrankung, den die Krankenkasse bezahlt.
Selbsthilfe-Kontaktstelle
Eine regionale Beratungsstelle, die Menschen an passende Selbsthilfegruppen vermittelt und Gruppen bei Gründung und Förderung unterstützt.
Selbsthilfegruppe
Ein freiwilliger Zusammenschluss von Menschen mit dem gleichen Anliegen, die sich regelmäßig treffen und gegenseitig unterstützen.
Trialog
Gespräch auf Augenhöhe zwischen Betroffenen, Angehörigen und Fachleuten – vor allem in der Psychiatrie.