Hilfe finden: Selbsthilfe, Beratung oder Therapie?
Selbsthilfegruppen sind ein wichtiger Baustein – aber nicht der einzige. Dieser Wegweiser zeigt, welche Hilfe wann passt. Vieles lässt sich gut kombinieren.
1. Akut in Gefahr oder in einer schweren Krise
- Notruf 112 – bei Lebensgefahr, auch bei Suizidgedanken mit konkretem Plan, Verdacht auf Schlaganfall oder Herzinfarkt.
- Telefonseelsorge – rund um die Uhr, kostenlos, anonym: 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222, auch per Chat und Mail.
- Kinder und Jugendliche: Nummer gegen Kummer 116 111.
- Gewalt: Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen 116 016 (rund um die Uhr), Hilfetelefon Sexueller Missbrauch 0800 22 55 530.
- Psychiatrische Klinik: Jede psychiatrische Klinik mit Versorgungsauftrag nimmt in Notfällen rund um die Uhr auf.
Regionale Krisendienste
Psychiatrische Krisendienste helfen in seelischen Krisen telefonisch und teils vor Ort – für Betroffene und Angehörige. Bei Lebensgefahr immer 112.
Baden-Württemberg (2)
- Krisen- und Notfalldienst Stuttgart (eva, Evangelische Gesellschaft Stuttgart): 0711 6465120 – Montag bis Donnerstag 16:00 bis 23:00 Uhr; Freitag 12:30 bis 23:00 Uhr; Samstag, Sonntag und Feiertage 12:00 bis 23:00 Uhr; kostenfrei · Stadt Stuttgart Quelle
- Regionales Krisentelefon Freiburg (telefonische Krisenberatung, ehrenamtlich besetzt): 0761 8888 3533 – Freitag bis Sonntag und feiertags 18:00 bis 22:00 Uhr · Stadt Freiburg und Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald Quelle
Bayern (1)
- Krisendienste Bayern (7 Leitstellen, einheitliche Rufnummer): 0800 655 3000 – täglich rund um die Uhr, kostenfrei; Anruf aus dem Festnetz oder Mobilfunk innerhalb Bayerns · ganz Bayern (alle sieben Bezirke) Quelle
Berlin (1)
- Berliner Krisendienst: 030 390 63-10 – täglich 16:00 bis 24:00 Uhr persönlich und am Telefon an den Standorten, außerhalb davon automatisch Weiterleitung an den überregionalen Bereitschaftsdienst (nachts 0:00 bis 8:00 Uhr, am Wochenende und an Feiertagen auch 8:00 bis 16:00 Uhr); werktags 8:00 bis 16:00 Uhr telefonische Information und Weitervermittlung · Regionale Nummern 030 390 63-20 bis -90 (je Bezirk) · ganz Berlin; Regionen: -10 Mitte und Friedrichshain-Kreuzberg, -20 Charlottenburg-Wilmersdorf, -30 Spandau, -40 Pankow, -50 Reinickendorf, -60 Steglitz-Zehlendorf und Tempelhof-Schöneberg, -70 Lichtenberg und Marzahn-Hellersdorf, -80 Treptow-Köpenick, -90 Neukölln Quelle
Bremen (1)
- Kriseninterventionsdienst Bremen (KID), Sozialpsychiatrische Beratungsstellen: 0421 800582-33 – werktags 15:00 bis 23:00 Uhr; Wochenende und Feiertage 8:30 bis 17:00 Uhr · Stadt Bremen Quelle
Hamburg (1)
- Hamburgisches Krisentelefon: 040 428 11 3000 – Montag bis Donnerstag 17:00 bis 23:30 Uhr; Freitag 17:00 Uhr bis Samstag 7:30 Uhr; Samstag 10:00 Uhr bis Sonntag 7:30 Uhr; sonn- und feiertags 10:00 bis 23:30 Uhr · Hamburg Quelle
Hessen (1)
- Psychosozialer Krisendienst Frankfurt (Bürgerhilfe Sozialpsychiatrie Frankfurt am Main e. V., finanziert vom Gesundheitsamt der Stadt Frankfurt): 069 611375 – Montag bis Freitag 17:00 bis 1:00 Uhr nachts; Samstag, Sonntag und Feiertage 9:00 bis 1:00 Uhr; Anruf zum Ortstarif, auf Wunsch anonym · Stadt Frankfurt am Main Quelle
Niedersachsen (3)
- Psychosozialer / Psychiatrischer Krisendienst (PPKD) Region Hannover: 0511 30 03 34 70 – Freitag 15:00 bis 20:00 Uhr; Samstag, Sonntag und Feiertage 12:00 bis 20:00 Uhr · Region Hannover (einschließlich Stadt Hannover), für Volljährige Quelle
- Psychosozialer Krisendienst Braunschweig (Gesundheitsamt): 0531 470-7777 – Freitag 15:00 bis 22:00 Uhr; Samstag 15:00 bis 22:00 Uhr; sonn- und feiertags 15:00 bis 20:00 Uhr · Stadt Braunschweig Quelle
- Psychosozialer Krisendienst Oldenburg (Gesundheitsamt): 0441 235-8626 – freitags 15:00 bis 18:00 Uhr; samstags, sonntags und feiertags 13:00 bis 18:00 Uhr · mobil 0177 6458668 · Stadt Oldenburg (Stadtgebiet) Quelle
Rheinland-Pfalz (1)
- Krisentelefon Trier (Stadt Trier, Beratungsteam beim Caritasverband Darmstadt): 0651 718 45 45 – Montag bis Freitag 17:00 bis 9:00 Uhr; am Wochenende und an Feiertagen ganztägig · Stadt Trier (für Einwohner der Stadt) Quelle
Sachsen (1)
- Krisentelefon Dresden (Landeshauptstadt Dresden): 0351 8041616 – täglich 17:00 bis 23:00 Uhr, auch an Sonn- und Feiertagen; Ortstarif, auf Wunsch anonym · Dresden Quelle
Schleswig-Holstein (1)
- Krisendienst des Kreises Schleswig-Flensburg (Krisendienst e. V.): 04621 988404 – montags bis freitags 19:00 bis 7:00 Uhr sowie durchgängig von Freitag 19:00 Uhr bis Montag 7:00 Uhr; kostenlos, auf Wunsch anonym · Kreis Schleswig-Flensburg und Stadt Flensburg (gefördert von Kreis und Stadt) Quelle
Kein landesweiter Krisendienst bekannt für Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, Saarland, Sachsen-Anhalt, Thüringen: Dort hilft der Sozialpsychiatrische Dienst des Kreises oder der kreisfreien Stadt (über das Gesundheitsamt), nachts und am Wochenende der ärztliche Bereitschaftsdienst 116 117 und rund um die Uhr die TelefonSeelsorge 0800 111 0 111.
Stand der Angaben siehe Quelle; bitte im Zweifel dort prüfen.
2. Diagnose und Behandlung
- Hausarztpraxis – erste Anlaufstelle für körperliche und seelische Beschwerden, überweist weiter.
- Ärztlicher Bereitschaftsdienst 116 117 – wenn die Praxen geschlossen sind. Über dieselbe Nummer vermittelt die Terminservicestelle Facharzt- und Psychotherapie-Termine.
- Psychotherapeutische Sprechstunde – ohne Überweisung direkt bei einer Praxis; dort wird geklärt, welche Behandlung passt.
- Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums: 0800 420 30 40, täglich, kostenlos.
3. Beratung zu Alltag, Recht und Leistungen
- Sozialpsychiatrischer Dienst beim Gesundheitsamt – kostenlose Beratung bei seelischen Erkrankungen, auch für Angehörige, teils mit Hausbesuch.
- Suchtberatungsstellen von Caritas, Diakonie, AWO und anderen – kostenlos, vertraulich, auch für Angehörige.
- EUTB – unabhängige Teilhabeberatung bei Behinderung und chronischer Erkrankung.
- Pflegestützpunkte – alles rund um Pflegegrad, Entlastung und Hilfsmittel.
4. Austausch mit anderen Betroffenen
Eine Selbsthilfegruppe hilft, wenn du dich mit anderen austauschen möchtest, die Ähnliches erleben: um dich verstanden zu fühlen, Tipps für den Alltag zu bekommen oder nach einer Diagnose nicht allein zu sein. Sie ist kostenlos oder günstig, ohne Überweisung und ohne Wartezeit.
Gruppe in deiner Nähe finden Kontaktstelle fragen
Die Selbsthilfe-Kontaktstelle deiner Region kennt alle Gruppen vor Ort und vermittelt vertraulich – auch wenn du unsicher bist, was passt.
Häufige Fragen
Ersetzt eine Selbsthilfegruppe eine Therapie?
Nein. Selbsthilfe ist Austausch unter Betroffenen und ergänzt ärztliche oder psychotherapeutische Behandlung. Viele nutzen beides – die Gruppe oft während der Wartezeit auf einen Therapieplatz und danach.
Brauche ich für eine Psychotherapie eine Überweisung?
Nein. Gesetzlich Versicherte können direkt eine psychotherapeutische Sprechstunde vereinbaren. Termine vermittelt auch die Terminservicestelle unter 116 117.
Wo bekomme ich nachts Hilfe in einer seelischen Krise?
Die Telefonseelsorge ist rund um die Uhr kostenlos erreichbar: 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222. Bei Lebensgefahr den Notruf 112 wählen.