ADHS, Autismus oder AuDHS? Welche Selbsthilfegruppe wirklich zu dir passt
Erwachsenen-Gruppe, Elternkreis, Frauen-Runde, Online-Treff oder gemischte AuDHS-Gruppe: Finde mit dem interaktiven 5-Fragen-Kompass und dem Gruppen-Vergleich das Format, das dir wirklich hilft.
1. Der 5-Fragen-Kompass: Welche Gruppe passt zu dir?
Beantworte kurz die folgenden fünf Fragen. Der Kompass wertet deine Angaben sofort im Browser aus und führt dich direkt zu den passenden Gruppen in deiner Region:
2. ADHS, Autismus & AuDHS: Warum sich beides so oft begegnet
Lange Zeit schlossen sich die Diagnosen ADHS und Autismus in den Klassifikationssystemen gegenseitig aus. Heute zeigt die Forschung eine hohe genetische und neurobiologische Überlappung: Schätzungsweise 30 bis 50 Prozent der autistischen Menschen erfüllen auch Kriterien einer ADHS – und viele Erwachsene mit ADHS entdecken erst nach einer medikamentösen Einstellung ihrer ADHS darunterliegende autistische Züge.
Im Selbsthilfe-Atlas sind gemischte Gruppen, die ausdrücklich ADHS und Autismus (AuDHS) verbinden, mit einem eigenen Themen-Abzeichen markiert.
3. Welche Zielgruppen-Formate gibt es?
Erwachsene Betroffene
Fokus auf Spätdiagnose, Beruf & Studium, Alltagsstruktur, Medikation, Partnerschaft und Umgang mit Erschöpfung.
Erwachsenen-Gruppen ansehen →Elternkreise
Für Mütter und Väter neurodivergenter Kinder: Austausch zu Schule, Nachteilsausgleich, Schulbegleitung, Jugendamt, Pflegegrad und Geschwisterkindern.
Eltern-Gruppen ansehen →Frauengruppen
Schwerpunkt auf internalisiertem ADHS/Autismus, starkem Masking, Mental Load sowie dem Einfluss von Zyklus, Schwangerschaft und Wechseljahren.
Frauen-Gruppen ansehen →Partner & Angehörige
Entlastung und Perspektivwechsel für Partner und Angehörige: Kommunikation ohne Schuldzuweisungen, Umgang mit vergessenen Absprachen oder Rückzug.
Angehörigen-Gruppen ansehen →4. Selbsthilfegruppe vs. Gruppentherapie vs. Coaching
| Merkmal | Selbsthilfegruppe (SHG) | Psychotherapeutische Gruppe | ADHS-/Autismus-Coaching |
|---|---|---|---|
| Leitung | Gleichbetroffene (Peer-to-Peer, ehrenamtlich) | Approbierte Psychotherapeuten | Freiberufliche Coaches (Begriff nicht geschützt) |
| Kosten | Kostenlos oder kleine Spende (1–3 € für Raum/Tee) | Kassenleistung (gesetzliche/private Krankenkasse) | Selbstzahler (oft 80–180 € pro Sitzung) |
| Wartezeit | Meist sofort oder zum nächsten Monatstreffen | Häufig 3 bis 12 Monate | Kurzfristig |
| Stärke | Langfristige Gemeinschaft, lokale Tipps, Entlastung von Scham | Behandlung klinischer Störungen, strukturierte Psychoedukation | Konkrete Alltags- und Arbeitsplatz-Werkzeuge |
5. Woran erkennst du eine seriöse Selbsthilfegruppe?
Eine gute Selbsthilfegruppe ist transparent über ihre Rahmenbedingungen, erhebt keine hohen Teilnahmegebühren, drängt niemandem bestimmte Medikamente oder Nahrungsergänzungsmittel auf und achtet darauf, dass nicht einzelne Personen die gesamte Redezeit dominieren.
Häufige Fragen
Was bedeutet AuDHS und welche Gruppe passt dann?
AuDHS bezeichnet das gleichzeitige Vorliegen von ADHS und einer Autismus-Spektrum-Störung. Viele Betroffene erleben ein Spannungsfeld zwischen Reizsuche (ADHS) und Bedürfnis nach Routine und Reizschutz (Autismus). Ideal sind explizite AuDHS-/Neurodivergenz-Gruppen oder der Besuch je einer Schwerpunktgruppe.
Kann eine Selbsthilfegruppe eine Psychotherapie ersetzen?
Nein. Eine Selbsthilfegruppe ist ein gleichberechtigter Erfahrungsaustausch unter Gleichbetroffenen (Peer-Support) und ersetzt keine medizinische oder psychotherapeutische Behandlung. Sie überbrückt aber oft Wartezeiten und stärkt die Selbstwirksamkeit im Alltag enorm.
Warum gibt es eigene Gruppen speziell für Frauen?
Bei Frauen und Mädchen wird ADHS oder Autismus durch starkes soziales Anpassen („Masking“) und verinnerlichte Symptome oft erst im Erwachsenenalter erkannt. Zudem spielen hormonelle Schwankungen (Zyklus, Schwangerschaft, Wechseljahre) eine wichtige Rolle für die Symptomatik.